Boehringer Ingelheim Öffentlichkeitsarbeit
Binger Straße 173
55216 Ingelheim
Im Zuge des nachhaltigen Umweltschutzes hat Boehringer Ingelheim in den vergangenen Jahren in Eigeninitiative ein umfangreiches Projekt zur Überprüfung und Sanierung von Altablagerungen am Stammsitz in Ingelheim gestartet. Das Pharmaunternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, Bodenverunreinigungen am Standort, wo seit mehr als 125 Jahren Wirkstoffe und Arzneimittel produziert werden, zu erkunden und zu sanieren.
In der Stilllegungsphase wurde eine Oberflächenabdichtung aufgebracht. Eine Schicht aus Kunststoffdichtungsbahnen trennt nun den Deponiekörper von der Rekultivierungsschicht mit Mutterboden.Die so genannte Neue Deponie in der Nachbarschaft der Landesstraße 428 und der Binger Straße in Ingelheim wurde am 16.04.2013 offiziell stillgelegt. Dazu waren neben Mitarbeitern von Boehringer Ingelheim auch die Anwohner aus der Nachbarschaft, Vertreter der zuständigen Behörden sowie der Stadt Ingelheim und ausführender Firmen eingeladen.
Bei aktuellen Untersuchungen der Ablagerungen wurden an Stellen außerhalb des Werksgeländes in Ingelheim Rückstände aus der früheren Pflanzenschutzmittelproduktion gefunden. Einige Rückstände enthalten Dioxine und Furane. Diese sind fest an den Boden gebunden. Deshalb sind die nahezu wasserunlöslichen und nicht gasförmigen Stoffe ungefährlich für Menschen und die Umwelt.
Am Hauptsitz von Boehringer Ingelheim befinden sich im Bereich des Werksgeländes ehemalige Sand-, Kies- und Tongruben, die vor über 50 Jahren mit den damals üblichen Verfahrensweisen auch mit Abfällen aus der chemischen Entwicklung und Produktion verfüllt worden sind. Diese Flächen werden nun weiter untersucht.
„Heute verfügen wir über andere technische Möglichkeiten für Erkundung, Analyse und Sanierung, die uns nun erlauben, die Altablagerungen erfolgreich zu sanieren“, erklärt Andreas Geers, zuständiger Projektleiter. Die Rückstände werden mitsamt dem Erdreich ausgehoben und in dafür speziell zugelassenen Anlagen restlos verbrannt. Anschließend werden die Flächen mit Boden aufgefüllt und in einen naturnahen Zustand versetzt. Für die Umsetzung der Maßnahmen wurden externe Experten beratend hinzugezogen. Das Vorgehen ist mit den zuständigen Behörden abgestimmt und von diesen genehmigt.
Innerhalb des Werksgeländes hat Boehringer Ingelheim gerade begonnen, eine Fläche zu sanieren und Boden auszutauschen. Auch hier waren Rückstände aus der Pflanzenschutzmittelentwicklung und -produktion, die hier früher am Standort zeitweise betrieben wurde, gefunden worden.
Seit mehr als 25 Jahren ist der Schutz der Umwelt integraler Bestandteil der Unternehmenskultur von Boehringer Ingelheim. Neben der Sanierung von Altablagerungen sind zahlreiche Maßnahmen zur Luftreinigung, Abwasserbehandlung und Ressourcenschonung initiiert worden.
Im Zuge der geplanten Bodensanierungen bei Boehringer Ingelheim hat am Mittwoch, 23.01.2013 um 18.00 Uhr in Ingelheim am Rhein, Neues Rathaus, Neuer Markt 1, eine erste Veranstaltung zur Information der Öffentlichkeit stattgefunden. Hierzu hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) eingeladen.
Boehringer Ingelheim und die beauftragten Planungsbüros haben über den Stand der Sanierungsplanung und die zeitliche Abfolge der erforderlichen Arbeiten berichtet.
30.09.2011 Stilllegung der Bauschuttdeponie: Boehringer Ingelheim setzt Erdarbeiten fort
27.06.2011 Boehringer Ingelheim setzt Arbeiten zur Nachsorge der Bauschuttdeponie fort
15.04.2011 Boehringer Ingelheim setzt Altlastensanierung fort
24.01.2011
Boehringer Ingelheim dichtet stillgelegte Bauschuttdeponie umweltschonend ab
In der Stilllegungsphase wurde eine Oberflächenabdichtung aufgebracht. Eine Schicht aus Kunststoffdichtungsbahnen trennt nun den Deponiekörper von der Rekultivierungsschicht mit Mutterboden.Die so genannte Neue Deponie in der Nachbarschaft der Landesstraße 428 und der Binger Straße in Ingelheim wurde am 16.04.2013 offiziell stillgelegt. Dazu waren neben Mitarbeitern von Boehringer Ingelheim auch die Anwohner aus der Nachbarschaft, Vertreter der zuständigen Behörden sowie der Stadt Ingelheim und ausführender Firmen eingeladen.
Seit Mitte März wird die zukünftige Sanierungsfläche im Bereich des Abzweigs der L 428 aus Richtung Großwinternheim in Richtung Ingelheim südlich des Werksgeländes durch einen Bauzaun und zusätzlich durch einen Reptilienzaun gesichert. Diese Arbeiten werden aus naturschutzrechtlichen Gründen bereits jetzt durchgeführt. Die eigentlichen Sanierungsarbeiten auf der Fläche beginnen im Mai 2013.
Als Vorbereitung für die geplante Bodensanierung im Bereich der
L 428, Abzweigung von Großwinternheim in Richtung Innenstadt Ingelheim, wurden vom 19. bis 22. Februar Rodungsarbeiten durchgeführt. Gemäß Bundesnaturschutzgesetz dürfen Rodungen nur bis Ende Februar ausgeführt werden. Im Mai werden die Sanierungsarbeiten auf der Fläche beginnen.
| 1984 | Umfassende Information der Bezirksregierung Rheinland-Pfalz über die Altablagerungen am Standort Ingelheim | |
| 1985 | Untersuchung des Grundwassers und Aufbau eines Grundwassermonitorings im Bereich des Werksgeländes in Ingelheim | |
| 1987 | Inbetriebnahme von Abschirmbrunnen zur Aufnahme des Grundwassers | |
| 1989 | Erste Bodensanierung auf dem Werksgelände | |
| 1997 | Sanierung einer weiteren Flächen auf dem Werksgelände | |
| 2004 | Abschluss eines Rahmenvertrages zwischen Boehringer Ingelheim und den zuständigen rheinland-pfälzischen Behörden zur Regelung der Altablagerungen am Standort Ingelheim. | |
| 2005 | Sanierung weiterer Flächen auf dem Werksgelände | |
| 2007 | Inbetriebnahme der neuen Werkskläranlage | |
| 2009 | Beginn der Stilllegungsphase der Neuen Deponie | |
| 2010 | Erstellung eines Grundwasserströmungs-und Stoffausbreitungsmodells | |
| 2011 | Planung von Bodenuntersuchungen im Bereich des Werksgeländes | |
| 2011 | Sanierung einer weiteren Fläche auf dem Werksgelände | |
| 2012 | Oberflächenabdichtung der Neuen Deponie | |
| 2012 | Erkundungsbohrungen auf Verdachtsflächen im Bereich des Werkgeländes |
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Abschirmbrunnen |
Fassung für die Entnahme von Grundwasser. |
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Altablagerung |
Altablagerungen sind im Sinne des Bundes-Bodenschutzgesetzes stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen sowie sonstige Grundstücke, auf denen Abfälle behandelt, gelagert oder abgelagert worden sind. |
| Bodensanierung/ Sanierung | Vorgang, bei dem verunreinigter Boden gesichert, ersetzt oder gereinigt wird. |
| Bodenaustausch | Das Entnehmen von Erdreich und anschließendes Ersetzen durch anderes Erdreich. |
| Bodenschutzmaßnahmen | Summe aller gezielten und aufeinander abgestimmten Vorgänge, die dazu beitragen, dass das Erdreich nicht kontaminiert wird oder von Schadstoffen befreit wird. |
| Bodenuntersuchung | Systematische Erkundung des Erdreichs hinsichtlich seiner physikalischen und chemischen Zusammensetzung sowie zur Bestimmung weiterer Bodenparameter. |
| Bodenverunreinigung | Durch den Menschen verursachtes Einbringen von Stoffen in den Boden, die als Schadstoffe gelten. |
| Chlorbenzole | Aromatische Halogenkohlenwasserstoffe; Chlorbenzole werden z.B. als Lösungsmittel verwendet und dienen als Wärmeübertragungsmittel sowie als Ausgangsstoffe bei der Produktion von bestimmten Silikonen. Bei der Herstellung von Insektiziden, Farbstoffen, Arzneimitteln und Duftstoffen entstehen sie als Zwischenprodukte. |
| Chlorphenole | Stoffgruppe, die sich sowohl vom Phenol als auch vom Chlorbenzol ableitet. Chlorphenole werden häufig als Holzschutzmittel, zum Bleichen von Zellstoff in der Papierherstellung sowie als Zwischenprodukte in der Arzneimittel- und Farbstoffsynthese eingesetzt. |
| Deponie | Abfallbeseitigungsanlagen, auf denen Abfälle zur langfristigen Entsorgung abgelagert werden. |
| Deponiesicherung | Bündel von überwachten Maßnahmen, das dazu führt, dass keine Schadstoffe aus einer Deponie in die Umwelt gelangen. |
| Dioxine | Mit der Kurzform „ Dioxine und Furane“ werden chemische Verbindungen bestimmter Molekülstrukturen bezeichnet, an denen zwischen einem und acht Chloratome angelagert sind. Diese entstehen bei thermischen Prozessen, zum Beispiel bei Verbrennungsvorgängen mit niedrigen Temperaturen. Sie werden bei Temperaturen oberhalb 900 Grad Celsius in ihre Bestandteile zerlegt. |
| Furane | siehe Dioxine |
| gasförmig | Einer der drei Aggregatzustände, die Stoffe annehmen können. Man unterscheidet zwischen fest, flüssig und gasförmig. |
| Grundwasser | Unterirdisches Wasser, das die Hohlräume der Erdrinde zusammenhängend ausfüllt und dessen Bewegung nahezu ausschließlich von der Schwerkraft und den durch die Bewegung selbst ausgelösten Reibungskräften bestimmt wird. |
| Nachsorge(arbeiten) | Tätigkeiten, die nach Abschluss eines Projekts die Ergebnisqualität sichern. Am Beispiel „Neue Deponie“ bedeutet dies, dass die Oberflächenabdichtung regelmäßig für eine Dauer von mindestens 30 Jahren nach gesetzlichen Vorgaben überprüft wird. |
| Pflanzenschutzmittel | Chemische oder biologische Wirkstoffe und Zubereitungen, die Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse vor Schadorganismen schützen. |
| Rückstände | Nicht verwertbare Stoffe aus einem Herstellungsprozess |
| Sanierungsmaßnahme | Einzelschritt eines Gesamtkonzeptes zur Sanierung einer Altlast |
| SGD Süd | Abkürzung für „Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd“. Die SGD Süd ist eine der beiden oberen Landesbehörden in Rheinland-Pfalz für Abfallwirtschaft, Arbeitnehmerschutz, Asbest, Bauwesen, Entschädigung und Enteignung, Gefahrenschutz, Gentechnik, Immissionsschutz, Naturschutz, Strahlenschutz, Verbraucherschutz und Wasserwirtschaft und damit auch die Genehmigungsbehörde für die Sanierung von Altlasten. |
| Stilllegungsphase einer Deponie | Zeitraum vom Ende der Ablagerungsphase bis zur endgültigen Stilllegung der Deponie, in dem die Rekultivierungsmaßnahmen und sonstige Schutzmaßnahmen durchgeführt werden. |
| Verbrennungsanlage | Anlage zur thermischen Abfallbehandlung |
| wasserunlöslich | Stoffe, die sich nicht in Wasser lösen. |