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Boehringer
Ingelheim: Innovation mit Tradition
Das
pharmazeutische Unternehmen Boehringer Ingelheim wurde 1885 von
Albert Boehringer (1861-1939) in Ingelheim am Rhein gegründet. Was
1885 mit 28 Mitarbeitern in Nieder-Ingelheim begann, entwickelte
sich zu einem weltweit tätigen Unternehmen mit den deutschen Standorten Ingelheim,
Biberach und Dortmund.
Bei der Erforschung und Entwicklung innovativer Arzneimittel
konzentriert sich das Unternehmen vor allem auf die Therapiegebiete
Atemwege, Zentrales Nervensystem, Herz/Kreislauf, Stoffwechsel sowie
auf Immunerkrankungen und Krebs.
Meilensteine der Geschichte
31. Juli 1885
In Ingelheim am Rhein erwirbt Albert Boehringer eine kleine
Weinsteinfabrik. Dort werden Weinstein und andere Salze der
Weinsäure hergestellt und vertrieben.
1892
Albert Boehringer nennt nach dem Tod seines Bruders zu Ehren seines
Vaters Christoph Heinrich Boehringer sein Unternehmen nun C. H.
Boehringer Sohn.
1894
Bei Versuchen zur Herstellung von Zitronensäure erhitzt sich der
Gäransatz zu schnell. Überraschend gelangt man zu einem Verfahren
zur Herstellung von Milchsäure.
1895
Das erste Firmenzeichen wird geschützt und das erste Patent – ein
neues Verfahren zur Herstellung von Backpulver – angemeldet.
1902
Albert Boehringer gründet eine Betriebskrankenkasse.
1905
Zum ersten Mal erscheint die Ingelheimer Kaiserpfalz im Firmenlogo.
Auf der Suche nach neuen Wegen in der Chemie beginnt man mit der
Extraktion von Alkaloiden wie Morphin, Cocain und Codein. Die
Substanzen werden an Apotheken und die entstehende pharmazeutische
Industrie verkauft oder bereits ins Ausland exportiert.
1912
Auf der Basis von sechs Opiumalkaloiden bringt C. H. Boehringer Sohn
das Schmerzmittel Laudanon® auf den Markt. 1915, ein Jahr nach
Ausbruch des Ersten Weltkrieges, beginnt das noch junge Unternehmen,
Medikamente in dosierter Darreichungsform herzustellen und abgepackt
anzubieten. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und dem
späteren Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Heinrich Wieland sowie
dessen Bruder Prof. Dr. Hermann Wieland, Verwandte der
Inhaberfamilie, nimmt ihren Anfang. Basierend auf deren
Forschungs-Herstellung von Gallensäure, dem Basisstoff für die
Herstellung von Perichol® und Cadechol® – beides Medikamente gegen
chronische Kreislauferkrankungen und Herzschäden.
1928
Um seine Opium-Quote innerhalb der deutschen Opiumkonvention zu
erhöhen, übernimmt Kommerzienrat Albert Boehringer die Firma Dr.
Karl Thomä in Winnenden nahe Stuttgart.
1939
Der Firmengründer Albert Boehringer stirbt am 11. März im Alter von
78 Jahren. Seine Söhne Albert und Ernst Boehringer sowie sein
Schwiegersohn Julius Liebrecht übernehmen die Leitung von C. H.
Boehringer Sohn.
1941
Aludrin®, ein Atemwegspräparat, das in der Asthmatherapie völlig
neue Wege weist, wird eingeführt.
1943
In Biberach an der Riss errichtet das Unternehmen einen
Ausweichbetrieb zur Herstellung von pharmazeutischen Spezialitäten.
Nach dem zweiten Weltkrieg wird hier in einer ehemaligen Leimfabrik
1948 die Dr. Karl Thomae GmbH angesiedelt. In Wien wird die erste
ausländische Tochterfirma, Bender & Co., gegründet.
1959
Die ersten Internationalen Tage finden in Ingelheim statt. Andere
Kulturen kennen zu lernen und besser zu verstehen, ist der Gedanke
von Dr. Ernst Boehringer, als er die Internationalen Tage ins Leben
ruft. Sie geben mit Veranstaltungen und einer Kunstausstellung, die
im Jahr 2009 zum 50. Mal ihre Pforten öffnet, der Stadt neue
Impulse.
1963
Das in Biberach entwickelte Atemwegstherapeutikum Bisolvon® kommt
auf den Markt. Es ist das erste Sekretolytikum aus eigener
Forschung. Mit der Weiterentwicklung und dem Wirkstoff Ambroxol
gelingt den Forschern ein Durchbruch. 1979 wird Mucosolvan®
eingeführt.
1978
Aus der bisherigen Abteilung Veterinärmedizin entsteht die
Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH.
1985
Das Unternehmen besteht 100 Jahre. 22.254 Mitarbeiter sind weltweit
tätig, davon 8.784 in Deutschland. Das Engagement in der Bio- und
Gentechnologie wird verstärkt; in Biberach wird das neue
Biotechnikum in
Betrieb genommen. Es ist die größte Zellkulturanlage für
biopharmazeutische Produkte in Europa.
1998
Die Boehringer Ingelheim KG und die Dr. Karl Thomae GmbH fusionieren
zur Boehringer Ingelheim Pharma KG. In Ingelheim wird der Grundstein
für den Respimat®-Betrieb gelegt, in dem Atemwegspräparate
für den Einsatz in einem innovativen treibgasfreien Inhalationsgerät
steril abgefüllt werden.
1999
Ein neues Medikament zur Behandlung des essenziellen Bluthochdrucks
ist im Markt eingeführt. Das neue Forschungsgebäude für Analytik und
Chemische Entwicklung in Biberach wird eingeweiht.
2000
Das Boehringer Ingelheim Center, die Zentrale des internationalen
Unternehmensverbandes, setzt neue Akzente in Ingelheim. Es
symbolisiert den Schritt des Unternehmens in das 21. Jahrhundert.
Ein innovatives Präparat zur Behandlung chronischobstruktiver
Atemwegserkrankungen wird zugelassen. Zur Therapie des akuten
Herzinfarktes wird ein in Biberach biotechnisch hergestelltes
Medikament eingeführt.
2003
Der neue Pharma-Wirkstoffbetrieb am Standort Ingelheim geht in
Betrieb. In Biberach wird die Erweiterung der biopharmazeutischen
Wirkstoffherstellung abgeschlossen. Mit der Fertigstellung der
Pharmakologischen Forschung in Biberach wird der letzte Meilenstein
der Zusammenführung von Forschung und Entwicklung an einem Standort
innerhalb Deutschlands erreicht.
2004
Übernahme der Firma microParts in Dortmund.
2005
Ein neues HIV-Präparat wird in den USA und Europa zugelassen.
2008
Im März 2008 wird ein Wirkstoff aus eigener Forschung zur
Vorbeugung von Thrombosen und Lungenembolien nach Knie- und
Hüftgelenkersatz-Operationen europaweit zugelassen.
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