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1948 - 1988: Internationalisierung

Währungsreform und „Wirtschaftswunder“ waren auch für Boehringer Ingelheim ein guter Rahmen für weiteres Wachstum. 1955 hat sich die Zahl der Mitarbeiter von 1939 im Zuge des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs des Wiederaufbaus vervierfacht. Neue und äußerst wirksame pharmazeutische Spezialitäten werden in den späten fünfziger Jahren eingeführt. Sie bilden das Fundament des Forschungsprogramms von Boehringer Ingelheim: Mittel zur Behandlung der Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems und des Magen-Darm-Traktes.

Der zweite Sohn des Firmengründers, Dr. Ernst Boehringer, erkennt die Bedeutung internationaler Märkte für ein chemisch-pharmazeutisches Unternehmen. Eine Tochterfirma im eigenen Land ist bereits 1946 mit der Produktionseinheit Thomae in Biberach an der Riss zu den beiden bestehenden Boehringer Ingelheim-Betrieben dazugekommen. Der Gründung der ersten Auslandsgesellschaft in Wien 1948 folgen weitere Auslandsgesellschaften in Europa und in Übersee.

Nach dem Tod von Albert und Ernst Boehringer übernimmt Julius Liebrecht 1965 den Vorsitz in der Unternehmensleitung. Sein Sohn, Hubertus Liebrecht, tritt 1967 in die Unternehmensleitung ein und wird 1971 deren Vorsitzender. Auch Dr. Wilhelm Boehringer, Sohn von Albert, ist seit 1967 in der Geschäftsleitung tätig und übernimmt die Verantwortung für den Geschäftsbereich Produktion und Technik bis zu seinem frühen Tod 1975 im Alter von 44 Jahren.

Von den 50er Jahren bis in die späten 80er bringt Boehringer Ingelheim mehrere bedeutende und innovative Präparate auf den Markt, darunter die Atemwegsmittel Alupent® (1961), Bisolvon® (1963), Berotec® (1972), Atrovent® (1975) und Berodual® (1980).

Auf dem Gebiet der Herz-/Kreislauf-Präparate kommt 1966 Catapresan® auf den Markt, ein Mittel gegen Bluthochdruck mit einem neuen Wirkprinzip, gefolgt von Mexitil® (1979), einem Mittel gegen Herzrhythmusstörungen.

1977 wird Asasantin®, ein Mittel gegen Thrombose und Embolien, das die Wirkung von Persantin® (1959) und Acetylsalicylsäure (ASS) vereint, eingeführt. 1979 folgt die Einführung des Schleimlösers Mucosolvan®.

Die Einführung von Actilyse® 1987 markiert in zweifacher Weise einen Meilenstein für Boehringer Ingelheim. Erstmals gibt es für Patienten eine thrombolytische Therapie des akuten Herzinfarkts. Für das Unternehmen ist Actilyse® zudem das erste eigene Präparat aus der biopharmazeutischen Herstellung, die ein Jahr zuvor eröffnet wurde.

Meilensteine dieses Zeitabschnittes

Historienfilm

Unsere Zukunft hat Geschichte
(4 Minuten Kurzfassung)

(FLV)