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Formen und Ursachen des Schlaganfalls
Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer meist plötzlich auftretenden Störung
der Hirnfunktionen, die entweder von einer Durchblutungsstörung (sog.
ischämischer Schlaganfall) oder von einer Blutung (sog. hämorrhagischer
Schlaganfall) hervorgerufen werden.(1)

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Der ischämische Schlaganfall
Etwa 80 Prozent aller in Deutschland registrierten Schlaganfall-Ereignisse
gehören zum Typus "ischämischer Schlaganfall", der auch "Hirninfarkt" genannt
wird (2). Dabei verschließt ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein hirnversorgendes
Blutgefäß. Infolge dieser Mangeldurchblutung (Ischämie) wird das betroffene
Nervengewebe nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und stirbt nach
kurzer Zeit ab.
Für die Entstehung eines solchen Blutgerinnsels ist in den meisten Fällen
eine krankhafte Veränderung der Arterien die Ursache: die Arteriosklerose oder
umgangssprachlich "Arterienverkalkung"(3). Brechen arteriosklerotische Plaques
auf (Plaque-Ruptur), entsteht an dieser Verletzung ein Blutgerinnsel. Diese
Gerinnsel können über die Blutbahn ins Gehirn verschleppt werden (Embolie) und
dort lebenswichtige Blutgefäße verstopfen.
Andere Quellen für die Entstehung gefäßverschließender Thromben können
Herzschädigungen sein (kardiogen-embolischer Hirninfarkt), wie ein frischer
Herzinfarkt, Herzmuskelerkrankungen, Herzklappendefekte oder
Herzrhythmusstörungen, insbesondere Vorhofflimmern. Etwa 30 – 40 Prozent der
ischämischen Schlaganfälle haben als Ursache eine solche Herzerkrankung (4).
Sonderfall TIA (transitorisch ischämische Attacke) – Gefäßverschluss auf
Zeit
Wenn der Gefäßverschluss vorübergehend ist, spricht man von einer "transitorisch
ischämischen Attacke", kurz TIA. Solange während eines solchen Ereignisses die
Blutzufuhr im betroffenen Hirnareal unterbrochen bleibt, leidet der Patient an
typischen Schlaganfallsymptomen, z.B. vorübergehende Lähmung oder Taubheit einer
Körperhälfte, Sehstörungen auf einem Auge oder Sehen von Doppelbildern, Sprech-
oder Gleichgewichtsstörungen oder Schwindel.
Diese Symptome können sich vollständig zurückbilden, wenn die Blockade der
Blutversorgung durch den Thrombus aufhört. Voraussetzung für einen Rückgang der
Symptome ist auch, dass der Verschluss so kurz angedauert hat, dass noch kein
oder nur wenig Nervengewebe abgestorben ist.
Etwa ein Drittel aller Schlaganfälle kündigen sich durch eine TIA an.(5) Der
Arzt spricht dann von einer TIA (Definition der WHO), wenn die
Schlaganfallsymptome innerhalb von 24 Stunden verschwunden sind. Die meisten
TIAs bilden sich innerhalb von einer Stunde zurück. In jedem Fall ist eine TIA ein Alarmzeichen, darf vom Patienten oder den Angehörigen nicht ignoriert
werden und erfordert sofortige notärztliche Behandlung. Das Risiko nach einer
TIA auch einen Schlaganfall zu erleiden, ist kurz nach einem solchen Ereignis am
größten.
Der hämorrhagische Schlaganfall
Die zweite, weniger häufige Ursache für einen Schlaganfall (ca. 20 Prozent
aller Ereignisse) ist das Platzen eines Blutgefäßes im Gehirn. Dabei tritt unter
hohem Druck Blut in das Schädelinnere. Die Folgen: Zum einen wird der betroffene
Teil des Gehirns nicht mehr oder nicht ausreichend mit Sauerstoff und
Nährstoffen versorgt, zum anderen schädigt der durch die Blutansammlung
entstehende Druck weitere Bereiche des Gehirns. Es kommt auch in diesem Fall zu
einem Absterben der Nervenzellen.
Die Ursachen hierfür sind entweder das Einreißen (Ruptur) eines Blutgefäßes
aufgrund einer Vorschädigung (z.B. Arteriosklerose) oder eines Aneurysmas.
Letzteres ist eine oft angeborene, dünnwandige und sackartige Ausbuchtung an
einem Blutgefäß, die dem Druck des Blutes nicht mehr Stand hält.
Quellen:
(1) "Schlaganfall Journalisten-Handbuch"’, S. 22 ff, Hrsg. Stiftung Deutsche
Schlaganfall Hilfe, 2001, Bielefeld
(2) vergl. "Schlaganfall in Deutschland", Interdisziplinäres Zentrum für Public Health der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen – Nürnberg (IZPH), Erlanger Schlaganfall Register im Rahmen der
Gesundheitsberichterstattung (GBE) des Bundes, 2003,
www.public-health.de
(3) vergl. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, S. 121, 258. Aufl., Berlin. New
York, 1998
(4) vergl. Sherman, DG., Stroke prevention trials in atrial fibrillation,
Cerebrovas. Dis. 1992; 2 (Suppl. 1): 14 - 7
(5) vergl. Füsgen, I. Schlaganfall, S. 54 – 55, MMV, München 1995
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