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Die Muttergesellschaft des Boehringer Ingelheim-Unternehmensverbandes ist C. H. Boehringer Sohn. Die Boehringer Ingelheim GmbH, bei der es sich um eine Tochter von C.H. Boehringer Sohn handelt, ist die zentrale Holdinggesellschaft für administrative Zwecke - das zentrale Organ des Unternehmens, das weltweit die Boehringer Ingelheim-Gesellschaften führt und lenkt und allen Gesellschaften des Unternehmensverbandes zentrale Dienstleistungen zur Verfügung stellt. Die Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG ist die deutsche Tochtergesellschaft innerhalb des Unternehmensverbandes.
Der Hauptsitz der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG ist in Ingelheim am Rhein, einer Stadt in der Nähe von Mainz, etwa 70 km westlich von Frankfurt. Das Unternehmen ist bereits seit seiner Gründung 1885 hier ansässig.
Der zweite Standort der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG liegt im oberschwäbischen Biberach an der Riss. Während sich in Ingelheim die Produktion - auch für den internationalen Unternehmensverband - und der Vertrieb konzentrieren, liegt in Biberach das deutsche Forschungszentrum von Boehringer Ingelheim. Dort werden auch Arzneimittel auf biotechnischer Basis (Biopharmazeutika) entwickelt und hergestellt.
Die Boehringer Ingelheim microParts GmbH entwickelt, fertigt und vertreibt Produkte der Mikrosystemtechnik (MST) für Anwendungen in den Bereichen Medizin-, Bio- und Pharmatechnik. Sie gehört zu den weltweiten Technologieführen in diesem Bereich. Die selbstständige Einheit im Unternehmensverband von Boehringer Ingelheim wurde im Oktober 2004 von der STEAG AG erworben. Dortmund wurde damit der dritte Standort von Boehringer Ingelheim in Deutschland.
Der Unternehmensverband Boehringer Ingelheim besteht insgesamt aus 142 verbundenen Unternehmen im In- und Ausland. In den Konzernabschluss sind neben der C. H. Boehringer Sohn AG & Co. KG und der C. H. Boehringer Sohn Grundstücksverwaltung GmbH & Co. KG weitere 108 Gesellschaften nach den Regeln der Vollkonsolidierung einbezogen, an denen die C. H. Boehringer Sohn AG & Co. KG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte besitzt.
Bis 1998 gab es ein Pharma-Unternehmen mit dem Namen Boehringer Mannheim, das 1997 von dem Schweizer Unternehmen Roche übernommen wurde. Es hatte tatsächlich denselben Ursprung wie Boehringer Ingelheim.
Christian Friedrich Boehringer war Mitbegründer einer 1817 errichteten Drogenhandlung sowie eines chemischen Labors in Stuttgart, das sein Sohn Christoph Heinrich 1872 nach Mannheim verlegte. Als C.H. Boehringer 1882 starb, erbte sein ältester Sohn Ernst das Unternehmen in Mannheim, das sich C.F. Boehringer & Söhne nannte.
Christoph Heinrichs jüngerer Sohn, Albert Boehringer, baute 1885 seine eigene chemische Fabrik in Ingelheim auf, in der Weinsäuresalze hergestellt wurden. Zum Andenken an seinen Vater hat er das Unternehmen 1892 in "C.H. Boehringer Sohn" umbenannt.
1892 starb Ernst Boehringer und hinterließ das C.F. Boehringer Unternehmen seinem Partner Dr. Friedrich Engelhorn. Somit gab es zwei pharmazeutische Unternehmen mit ähnlichen Namen - das eine befand sich im Besitz der Familie Boehringer, das andere nicht mehr.
Diese Situation dauerte bis Anfang der 60er Jahre an, als die beiden Unternehmen beschlossen, sich in Boehringer Ingelheim und Boehringer Mannheim umzubenennen, um eine Unterscheidung zu ermöglichen.
Die Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG wird von einer fünfköpfigen Geschäftsführung geleitet. Ihr Vorsitzender ist Dr. Engelbert Günster.
Boehringer Ingelheim verfolgt seine Geschichte direkt bis 1885 zurück, als Albert Boehringer (1861-1939) seine chemische Fabrik zur Produktion von Weinsäuresalzen in Ingelheim aufbaute.
Insgesamt beschäftigt Boehringer Ingelheim am Standort Deutschland 11.483 aktive Mitarbeiter, darunter auch 895 Mitarbeiter der weltweiten Unternehmenszentrale plus 685 Auszubildende.
Im weltweiten Boehringer Ingelheim-Unternehmensverband waren im Jahresdurchschnitt 2010 insgesamt 42.224 Mitarbeiter (inklusive Auszubildende) tätig. Diese verteilten sich auf folgende Regionen:
Europa: 21.016
Amerika: 13.491
Asien, Australien, Afrika: 7.717
Der Boehringer Ingelheim-Unternehmensverband unterstützt die Genforschung, da alle Wege, die zu einer besseren Gesundheit von Mensch und Tier führen, es verdienen, erforscht zu werden. Hier handelt es sich um ein Gebiet mit unzähligen Möglichkeiten. Im Verlauf der vergangenen Jahre wurden gewaltige Fortschritte in der Genomerforschung gemacht. Hier bietet sich die Gelegenheit, völlig neue Ziele für innovative Therapien zu verfolgen. Das Potenzial ist zu groß, um es zu ignorieren.
Wir wissen jedoch auch um die Furcht vor den möglichen Langzeit-Konsequenzen der Genmodifizierung sowie des "Klonens" und üben auf diesen Gebieten äußerste Vorsicht. Unsere grundlegende Philosophie besteht darin, dass ohne vorherigen Sicherheitsnachweis nichts Unwiderrufliches getan werden darf.
Boehringer Ingelheim forscht in Deutschland zu den Therapiegebieten Atemwegserkrankungen (Asthma, COPD, idiopathische Lungenfibrose), Kardio-metabolische Erkrankungen (Diabetes, Atherosklerose, thromboembolische Erkrankungen) und Neurologische Erkrankungen (Alzheimer-Krankheit, chronischer Schmerz, Migräne, Parkinson-Krankheit). Onkologie, Immunologie und Infektionskrankheiten sind weitere Hauptforschungschwerpunkte unseres globalen Forschungsnetzwerks.
Ein Biopharmazeutikum ist ein Arzneimittel, das mit Hilfe eines biologischen Systems hergestellt wird. Aufgrund moderner Technologien in den Biowissenschaften nehmen die Biopharmazeutika unter den innovativen Arzneimitteln einen immer größeren Platz ein.
"Value through Innovation", Werte schaffen durch Innovation, ist die zentrale Komponente der Unternehmensvision von Boehringer Ingelheim. Sie definiert die außerordentliche Position des Unternehmens in der Welt der Gesundheit. Dies bedeutet, dass wir analysieren und verstehen, welchen Wert unsere Produkte und Dienstleistungen für unsere Kunden haben. Wir sind stets bestrebt, diesen Wert durch Erforschung neuer und besserer Wege zu erhöhen, um den Bedürfnissen des Kunden auch weiterhin gerecht zu werden.
Die Boehringer Ingelheim microParts GmbH fertigt am Standort Dortmund den innovativen Taschen-Inhalator Respimat ® Soft Inhaler. Mit einer Produktionskapazität von 20 Millionen Inhalationsgeräten im Jahr versorgt das Tochterunternehmen den Weltmarkt exklusiv für Boehringer Ingelheim.
Die selbstständige Einheit im Unternehmensverband von Boehringer Ingelheim wurde im Oktober 2004 von der STEAG AG erworben. Seit April 2011 konzentriert sich Boehringer Ingelheim microParts GmbH ausschließlich auf ihr Kerngeschäft, die Herstellung des Respimat ® Soft Inhalers. Dortmund ist einer der vier Standorte von Boehringer Ingelheim in Deutschland. Neben der Herstellung für den Markt, werden Respimat ® und seine Weiterentwicklungen für klinische Studien gefertigt.
Seit April 2011 konzentriert sich die Boehringer Ingelheim microParts GmbH ausschließlich auf ihr Kerngeschäft, die Herstellung des Respimat ® Soft Inhalers exklusiv für ihre Muttergesellschaft.
Der Auslauf der bisherige Auftragsproduktionen und -entwicklungen wird gemeinsam mit den Kunden gestaltet.
Die Behandlung von Atemwegserkrankungen erfordert neue Wege der Medikamentenverabreichung mit dem Ziel, die Therapie wesentlich effizienter zu gestalten.
Auf Basis hochpräziser Düsenstrukturen hat Boehringer Ingelheim microParts den Inhalator Respimat ® Soft Inhaler entwickelt. Er erlaubt die gleichmäßige, treibgasfreie Zerstäubung einer geringen Medikamentendosis in optimal lungengängiger Tröpfchengröße. Das Medikament lässt sich angenehm weich inhalieren, und der Respimat ® Soft Inhaler sorgt so für eine hocheffiziente Therapie.
Näheres zum Produkt und zur Handhabung finden Sie unter www.respimat.de
Boehringer Ingelheim microParts GmbH fertigt die Serienbauteile aus Kunststoff und Silizium mit Hilfe hoch entwickelter Spritzgießmaschinen und Trockenätzanlagen. Vollautomatische Montagelinien fertigen bis zu 60 Respimat ® Soft Inhaler in der Minuten. Gefertigt wird gemäß DIN EN ISO 9001 sowie EN ISO 13485. Der gesamte Produktionsablauf erfolgt unter definierten Reinraumbedingungen.
Das Forschungszentrum auf einem Grundstück in direkter Nachbarschaft zum Campus der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover wird in der Bemeroder Straße in Hannover errichtet. Auf einem Grundstück von etwa drei Hektar werden bis 2012 ein Verwaltungs- und Laborgebäude sowie eine Tierhaltungseinrichtung mit Schwerpunkt für Schweine gebaut. Die gesamte Anlage entspricht den neuesten wissenschaftlichen und genehmigungsrechtlichen Standards und wird eine der weltweit führenden Anlagen dieser Art werden. Boehringer Ingelheim investiert 40 Millionen Euro in das Projekt. Hierbei werden in einem ersten Schritt ca. 50, später bis zu 200 Arbeitsplätze entstehen.
Boehringer Ingelheim will zusätzlich zu seinen Forschungsaktivitäten in den USA eine stärkere Präsenz in Europa. Hannover hat vor allem durch die Nähe zur Stiftung Tierärztliche Hochschule, durch sein wissenschaftliches Umfeld und die Nähe zu einer der landwirtschaftlich bedeutendsten Regionen Europas überzeugt. Weitere wichtige Faktoren, die für die Auswahl von Hannover gesprochen haben, sind ein attraktives Umfeld mit hoher Lebensqualität für Wissenschaftler und deren Familien.
Für Spitzenforschung braucht man die weltweit besten Wissenschaftler. Diese wollen in engen Netzwerken („Clustern“) mit anderen führenden Wissenschaftlern zusammenarbeiten. Alle internationalen Erfahrungen zeigen, dass eine enge räumliche Anbindung von Wissenschaftlern unverzichtbar ist. Deshalb ist die Nähe zur Tierärztlichen Hochschule so wichtig. Kreativität kann man nicht verordnen, sie ergibt sich vielmehr bei gemeinsamen Zusammentreffen. Man stimmt Grundlagenforschungsprojekte mit anwendungsnahen Projekten ab oder nutzt die Infrastruktur gemeinsam.
Das Forschungs-Zentrum hat zum Ziel, neue Impfstoffe für Nutztiere, insbesondere Schweine, zu erforschen, zu prüfen und zu entwickeln. Impfstoffe tragen dazu bei, Infektionskrankheiten vorzubeugen; der Gesundheitszustand der Tierbestände soll verbessert und der Einsatz von Antibiotika vermindert werden.
In Hannover plant Boehringer Ingelheim, seine gesamte Forschung und Entwicklung von Impfstoffen in Europa zusammen zu führen. Hier sollen Grundlagen für neue Impfstoffe im Labor erforscht werden. Darüber hinaus sind gesetzlich vorgeschriebene Untersuchungen unter kontrollierten Bedingungen mit Schweinen geplant. Diese haben zum Ziel, die Sicherheit und Wirksamkeit neuer Impfstoffe zu bestätigen. Sie sind die Grundlage für die anschließende klinische Prüfung in landwirtschaftlichen Betrieben.
Die Erkrankungen, die hierbei im Mittelpunkt stehen, sind in vielen landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland und Europa weit verbreitet und führen zu hohen wirtschaftlichen Verlusten in der Landwirtschaft. Viele dieser Krankheiten können heute noch nicht befriedigend mit Impfstoffen verhindert werden; darüber hinaus verschärft eine zunehmende Antibiotika-Resistenz bei vielen bakteriellen Erkrankungen die Situation. Die Erreger, gegen die Boehringer Ingelheim Impfstoffe entwickelt, sind primär wirtsspezifisch, das heißt, Krankheitserreger der Tiere, und stellen schon daher keine Gefahr für Mitarbeiter und Anlieger dar.
Hochinfektiöse Tierseuchen, wie zum Beispiel Maul- und Klauenseuche oder Schweinepest, sind nicht Gegenstand unserer Forschung.
Eine solche Anlage kann nicht mit einem gewöhnlichen Maststall wie in der landwirtschaftlichen Tierhaltung verglichen werden. Ständige Reinigungs- und Hygienemaßnahmen führen dazu, dass das Gebäude im Normalfall nur teilweise mit Tieren belegt sein wird.
Das Forschungszentrum soll primär der Erforschung von Impfstoffen für Schweine dienen. Allerdings wird die Anlage so ausgelegt, dass bei Bedarf auch Kälber und Rinder dort gehalten und untersucht werden können.
Abhängig von der Größe und dem Körpergewicht brauchen Schweine unterschiedlich viel Platz. Daher ist eine genaue Angabe der absoluten Anzahl der Tiere nicht möglich, da diese von der Zusammensetzung der spezifischen Untersuchungen (Sauen mit Ferkeln oder wachsende Schweine von 25 kg) abhängt. Die Anlage wird so ausgelegt sein, dass sie Platz für etwa 1.000 wachsende Schweine von 25 kg bietet. Allerdings wird die tatsächliche Belegung deutlich niedriger ausfallen. Wir gehen beispielsweise bei wachsenden Schweinen von einer Belegungszahl von etwa 500 Tieren aus. Dies ist u. a. auf einen erforderlichen Leerstand für routinemäßige Desinfektionsmaßnahmen zurückzuführen.
Das Forschungszentrum ist so konzipiert, dass selbst bei einer - nicht vorgesehenen - maximalen Belegung keine Geruchs- oder Lärmbelästigung auftreten kann.
Es wurde angeregt, das Labor- und Verwaltungsgebäude in Nähe der Tierärztlichen Hochschule zu errichten, das Gebäude für die Schweinehaltung jedoch an einem anderen Ort – außerhalb Hannovers – zu erstellen. Dies würde keinen Sinn machen, da eine enge Anbindung der Tierhaltung zu den Labors notwendig ist. Zum einen müssen die Forscher während den Untersuchungen mehrmals täglich zu den Tieren. Dies muss kurzfristig und unkompliziert möglich sein. Darüber hinaus ist eine räumliche Einheit aus Gründen des optimalen Infektionsschutzes zwingend notwendig.
Ursprünglich war die Anlage ausschließlich für Schweine geplant. Das wurde auch bei der Pressekonferenz im Oktober 2007 in Hannover so kommuniziert. Inzwischen hat sich Boehringer Ingelheim entschieden, schon die erste Ausbaustufe so auszurichten, dass grundsätzlich auch in beschränktem Umfang Rinder gehalten werden können (max. 128 Plätze). Dies ist sinnvoll, um eine maximale Flexibilität bei zukünftigen Forschungsarbeiten zu erhalten, effizient auf neue Erkrankungen reagieren zu können und Umbaumaßnahmen bei laufendem Betrieb zu vermeiden. Es bestehen allerdings keine Pläne, Untersuchungen mit Rindern durchzuführen.
Alle infektiösen Erreger, mit denen wissenschaftlich gearbeitet wird, werden von einer unabhängigen Kommission nach ihren Sicherheitsanforderungen in Gruppen eingeteilt und erfordern entsprechende bauliche und organisatorische Maßnahmen. Zusätzlich wird spezifiziert, ob die Erreger nur für Tiere oder auch für den Menschen eine potenzielle Gefährdung darstellen. Bei den im Forschungszentrum bearbeiteten Erregern handelt es sich zum einen fast ausschließlich um Erreger, die den Menschen nicht betreffen, zum anderen wird zum größten Teil mit Erregern der Gruppe 2 gearbeitet und nur in seltenen Fällen mit Erregern der Gruppe 3. Arbeiten mit Erregern der höchsten Gruppe 4 (wie dem Virus der Maul- und Klauenseuche) werden in der Anlage nicht durchgeführt und sind nicht Gegenstand unserer Forschung.
Zu Ihrer Information:
Gruppe 1: Erreger stellen kein Risiko dar (es besteht nach dem Stand der Wissenschaft kein Risiko für die Gesundheit von Mensch oder Tier)
Gruppe 2: Erreger stellen ein geringes Risiko dar (Organismen und Viren können Krankheiten hervorrufen, prophylaktische und therapeutische Maßnahmen sind aber vorhanden)
Gruppe 3: Erreger stellen ein mäßiges Risiko dar. Diese Erreger können schwere Erkrankungen bei Tieren auslösen, Behandlungs- und Vorbeugemaßnahmen sind vorhanden.
Gruppe 4: Erreger stellen ein hohes Risiko dar (nur Viren, Übertragung durch die Luft, Seuchenerreger, z. T. schwere Erkrankungen ohne Behandlungsmöglichkeit)
Die baulichen und organisatorischen Voraussetzungen, die behördlich genehmigt und überwacht werden, sind so ausgelegt, dass eine Gefährdung für Mitarbeiter und Umgebung ausgeschlossen werden kann.
Boehringer Ingelheim hat an allen seinen Standorten ein sehr gutes Verhältnis zu den Anliegern, das auf gegenseitigem Respekt beruht. Wir werden in Hannover alle baulichen und technischen Möglichkeiten berücksichtigen, damit die Lebensqualität der Nachbarn – etwa durch Geruchs- oder Geräuschbelästigungen - nicht beeinträchtigt wird. Bei dem Forschungs-Zentrum handelt es sich, wie bei solchen Einrichtungen gesetzlich vorgeschrieben, um eine geschlossene Anlage. Dies verhindert, dass Lärm und Geruchsstoffe nach außen dringen können.
Die Geruchsstoffe, die zu den „typischen“ Gerüchen auf landwirtschaftlichen Betrieben führen, sind fast ausschließlich an Staubpartikel gebunden, die schon aus Gründen des Infektionsschutzes vollständig aus der Luft gefiltert werden. Außerdem handelt es sich hierbei um eine wissenschaftliche Einrichtung mit sehr hohen hygienischen Anforderungen, was zusätzlich Geruchsbildung schon in der Entstehung verhindert.
Die anfallende Gülle wird mit den normalen Abwässern vermischt und nach Sterilisation dem Abwassernetz zugeführt.
Die Entsorgung des Abwassers erfolgt über die städtische Kläranlage, soweit es das reichlich anfallende Brauchwasser betrifft (ca. 80 cbm/Tag). Mit diesem Abwasser wird gleichzeitig der Kot der Tiere - die nicht auf Stroh, sondern auf rutschfesten Kacheln stehen - abgeführt. Die Abwässer werden vor der Einleitung in die Kanalisation durch Sterilisation keimfrei gemacht. Die Einleitung erfolgt in Abstimmung mit den städtischen Behörden.
Boehringer Ingelheim wird seine Lieferanten verpflichten, An- und Abtransporte über den Messeschnellweg und die Bemeroder Straße abzuwickeln. Damit wird eine zusätzliche Verkehrsbelastung des Büntewegs vermieden. Zu Messezeiten, wenn der Messeschnellweg morgens und abends nicht frei befahrbar ist, wird die Anlieferung zu anderen (staufreien) Zeiten stattfinden.
Die Tiere werden aus konventionellen landwirtschaftlichen Betrieben aufgekauft. Das Ausladen der Tiere wird nach momentaner Planung in einer geschlossenen „Garage“ (Vorhalle des Gebäudes) stattfinden, um Geräusch- und Geruchsbelästigung zu verhindern.
Voraussetzung für die Zulassung eines neuen Impfstoffs ist der Nachweis seiner Wirksamkeit und Sicherheit. Der erste Schritt besteht darin, wann immer möglich, neue Ansätze zuerst in Zellkulturen zu testen. Allerdings kann die Funktionsweise im Abwehrsystem des Körpers endgültig erst nach einem Versuch im Tier beurteilt werden. Hierbei ist wichtig, dass die Untersuchungen im Forschungszentrum nur Erkrankungen nachstellen, an denen auf landwirtschaftlichen Betrieben Millionen von Tieren leiden.
Ein großer Teil der Versuche, die im Rahmen der Entwicklung von Tierimpfstoffen durchgeführt werden, sind gesetzlich vorgeschrieben und unterliegen somit der Anzeigepflicht. Die meisten Versuche werden zur Testung der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Impfstoffen durchgeführt. Für diese Studien gibt es ganz klare Richtlinien, die auf europäischer Ebene und auch in der deutschen Tierimpfstoffverordnung festgelegt sind.
Darüber hinaus gehende Versuche unterliegen der Genehmigung durch die Tierschutzkommission. Unnötige Versuche ohne klare Zielstellung oder mit einer nicht angemessenen Tierzahl werden nicht genehmigt.
Alle Tiere müssen am Ende der Untersuchungen schmerzfrei getötet und die Tierkörper vor Verlassen der Anlage sterilisiert werden. Dazu können unter anderem Hitze oder chemische Verfahren eingesetzt werden. Das Verfahren, für das sich Boehringer Ingelheim entschieden hat, ist die „alkalische Hydrolyse“, bei der die Tierkörper geruchsfrei sterilisiert werden. Die verbleibende Flüssigkeit, die mit einer Seifenlauge verglichen werden kann, wird in geschlossenen Tanksystemen gesammelt und entsprechend der gesetzlichen Vorschriften in einer Tierkörperbeseitigungsanlage entsorgt.
Die Maßnahmen zur biologischen Sicherheit werden durch die Gentechniksicherheits-Verordnung vom Gewerbeaufsichtsamt im Rahmen des Gentechniksicherheits-Verfahrens überprüft und laufend überwacht. Die Zentralkommission für Biologische Sicherheit (ZKBS) überprüft ab Sicherheitsstufe 3 die Einstufung der Organismen und die Arbeiten im Labor.
Für Notfälle (Brand, Hochwasser etc.) wird es Vorsorgemaßnahmen geben (z. B. Sprinkleranlagen). Wichtige Systeme (Notstrom, Abluft, Ventilatoren, Filter) sind doppelt ausgeführt. Die Notfallpläne werden nach den üblichen und der Anlage angemessenen Standards etabliert und bis zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme mit den staatlichen Stellen abgestimmt.
Unser Anwohnertelefon ist unter der Nummer 06132 - 77 66 99 erreichbar. Hinterlassen Sie bitte Ihren Namen mit Telefonnummer sowie Ihre Fragen. Sie erhalten dann von einem Mitglied des Projektteams einen persönlichen Rückruf innerhalb von zwei Tagen.
Gerne können Sie auch eine E-Mail schreiben.