Ingelheim am Rhein, 30. April 2010. Die Initiative „Der Deutsche Innovationspreis“ hat die Erforschung und Entwicklung des neuartigen Gerinnungshemmers Dabigatran durch Boehringer Ingelheim als herausragend und zukunftsweisend gewürdigt. Als einziges pharmazeutisches Unternehmen wurde Boehringer Ingelheim unter die drei Finalisten der Auszeichnung gewählt, die unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle, steht. Verliehen wird er an deutsche Unternehmen, die mit ihrer Innovationskraft Geschäft und Märkte verändern. Dabigatran habe das Potential, in der Schlaganfallvorbeugung bei Patienten mit Vorhofflimmern „die seit Jahrzehnten übliche Standardbehandlung mit Warfarin bzw. Marcumar® abzulösen“, so die Begründung der Jury. Sie bescheinigt dem Gerinnungshemmer „beste Chancen in einem enorm wachsenden Markt“. Patienten mit der häufigsten Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern haben ein fünffach erhöhtes Schlaganfallrisiko.
„Als forschungsgetriebenes Unternehmen freuen wir uns natürlich besonders über diese Auszeichnung unserer Innovationskraft“, kommentierte Dr. Engelbert Günster, Landesleiter Deutschland der Boehringer Ingelheim Deutschland GmbH, die Jury-Entscheidung. „Der Weg von der Idee zu einem zugelassenen Medikament ist lang und erfordert Erfindergeist, Erfahrung und Exzellenz auf allen Stufen der Entwicklung. Das Beispiel Dabigatran zeigt, dass davon letztlich vor allem die Patienten profitieren.“ Als erster Wirkstoff seit über 50 Jahren konnte Dabigatran in einer weltweit beachteten Studie mit über 18.000 Patienten eine klare Überlegenheit gegenüber dem bisherigen Therapiestandard in der Vorbeugung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern zeigen. Dieses bahnbrechende Ergebnis wurde in der RE-LY®-Studie nachgewiesen, die im PROBE-Design (prospektive, randomisierte, offene Studie mit verblindeter Endpunktauswertung) durchgeführt wurde. Sie verglich zwei fixe Dosierungen des oralen direkten Thrombininhibitors Dabigatranetexilat (110 mg und 150 mg je zweimal täglich), die verblindet gegeben wurden, mit nicht-verblindetem Warfarin.
Für die Entwicklung von Dabigatran wurde Boehringer Ingelheim unter die drei Finalisten des Deutschen Innovationspreises in der Kategorie Großunternehmen gewählt, wie heute bei der Preisverleihung im Bayerischen Hof München bekannt gegeben wurde.
Vorhofflimmern betrifft etwa ein Prozent der Gesamtbevölkerung und über zehn Prozent der über Achtzigjährigen. Schätzungen zufolge leben alleine in Deutschland knapp eine Million Menschen mit der Diagnose Vorhofflimmern. Aufgrund der alternden Gesellschaft wird die Zahl der Betroffenen bis 2017 voraussichtlich auf 7,5 Millionen Betroffene ansteigen.
Vitamin K-Antagonisten (VKA) wie Warfarin und das in Deutschland bevorzugt eingesetzte Phenprocoumon (Marcumar®) sind effektiv in der Vorbeugung von Schlaganfällen, gehen aber mit erheblichen Limitationen einher, die dazu führen, dass viele Patienten mit Vorhofflimmern keine adäquate Therapie erhalten. Vor allem haben sie eine schlecht vorhersagbare Wirkung und sind schwierig zu steuern, so dass die Therapie engmaschig überwacht werden muss. Patienten müssen sich daher häufigen Blutkontrollen unterziehen, die Dosierung des Medikaments muss immer wieder angepasst werden. Dabigatran ist einfacher in der Anwendung und erfordert weder eine regelmäßige Therapieüberwachung noch Dosisanpassungen. Im Vergleich zu Warfarin könnte der innovative Wirkstoff weltweit täglich über 3.000 Schlaganfälle zusätzlich verhindern. Boehringer Ingelheim hat den Zulassungsprozess für Dabigatran zur Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmen gestartet.
Unter dem Handelsnamen Pradaxa® ist Dabigatran bereits seit Ende März 2008 europaweit zugelassen zur Vorbeugung von Thrombosen und potenziell lebensbedrohlichen Lungenembolien nach Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationen.
„Der Deutsche Innovationspreis“ ist eine Initiative von Accenture, EnBW, Evonik und der WirtschaftsWoche. Er zeichnet Produktinnovationen, innovative Geschäftsmodelle, Prozesse und Services sowie Organisations- und Marketinginnovationen deutscher Unternehmen aus. Die zehnköpfige Jury bewertet die Einreichungen unter anderem hinsichtlich des Innovationsmanagements und des Nutzens für die Gesellschaft.
Boehringer Ingelheim
Der Unternehmensverband Boehringer Ingelheim zählt weltweit zu den 20 führenden Pharmakonzernen. Mit Hauptsitz in Ingelheim, Deutschland, ist Boehringer Ingelheim weltweit mit 142 verbundenen Unternehmen in 50 Ländern tätig und beschäftigt insgesamt mehr als 41.500 Mitarbeiter. Die Schwerpunkte des 1885 gegründeten Unternehmens in Familienbesitz liegen in der Forschung, Entwicklung, Produktion sowie im Marketing neuer Produkte mit hohem therapeutischem Nutzen für die Humanmedizin sowie die Tiergesundheit.
Im Jahr 2009 erwirtschaftete Boehringer Ingelheim Gesamterlöse von 12,7 Mrd. Euro. 21 Prozent der Umsätze aus dem größten Segment "Verschreibungspflichtige Arzneimittel" investierte das Unternehmen in die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente.