Seit 1995 fördert die Boehringer Ingelheim Stiftung hervorragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universitätsmedizin in Mainz mit diesem Preis. Er wird jährlich jeweils für den Bereich der klinischen sowie der theoretischen Medizin verliehen.
Der mit 20.000 Euro dotierte Boehringer Ingelheim-Preis geht 2010 an Dr. med. Andrea Tüttenberg von der Hautklinik und Poliklinik, und an Dr. med. Martin Götz von der 1. Medizinischen Klinik und Poliklinik, beide an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Dr. med. Andrea Tüttenberg von der Hautklinik und Poliklinik, und Dr. med. Martin Götz von der 1. Medizinischen Klinik und Poliklinik, beide an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Die Untersuchungen von Andrea Tüttenberg zur „Entwicklung/Optimierung einer effizienten DC-basierten Vakzinierung von Patienten mit malignem Melanom“ helfen, die optimale Patientenpopulation für eine DC-basierte Therapie zu identifizieren. In ihrer Arbeit zeigte sie, dass dendritische Zellen (DC), also Zellen des Immunsystems, bei einer effizienten Immuntherapie bei Tumorpatienten zur Erkennung eingedrungener Erreger oder veränderter Körperzellen notwendig sind. Da Tumorzellen aber häufig vom Immunsystem nicht kontrolliert werden können, ist die Wirksamkeit dieser Therapie, vor allem bei Patienten im Spätstadium, häufig begrenzt. Im Gegensatz dazu erscheinen die Erfolgsaussichten einer DC-basierten Immuntherapie bei Tumor-freien Melanompatienten nach den Ergebnissen von Dr. Tüttenberg deutlich besser. Die Einzelarbeiten ihrer Habilitationsschrift wurden in den vergangenen Jahren in verschiedenen, renommierten internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht.
Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe gelang es Martin Götz, mit der molekularen Bildgebung einen neuen Bereich der Endoskopie des Verdauungstraktes für die klinische Anwendung zu eröffnen. Bei einer konventionellen Darmspiegelung werden bis zu 20 Prozent aller verdächtigen Veränderungen nicht erkannt. Dies konnte Dr. Götz in seinen drei wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema „Molekulare Bildgebung des kolorektalen Karzinoms“, also zu Krebserkrankungen des Dick- und Enddarmes, nachweisen. Mit einem speziellen Kombinationsverfahren aus Darmspiegelung und Mikroskopie wird es in Zukunft möglich sein, die Frühdiagnose kolorektaler Karzinome, die einen Großteil der bösartigen Darmtumore ausmachen, deutlich zu verbessern. Die Ergebnisse wurden unter anderem in zwei Artikeln in der angesehenen Fachzeitschrift „Gastroenterology“ besprochen.
Diplom-Biologe Martin Gamerdinger, Institut für Physiologische Chemie und Pathobiochemie, und PD Dr. med. Christian Taube, III. Medizinische Klinik und Poliklinik, beide an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Diplom-Biologe Martin Gamerdinger zeigte in seiner Arbeit "Protein quality control during aging involves recruitment of the macroautophagy pathway by BAG3", wie überschüssige Proteine in alternden Zellen abgebaut werden. Die zentrale Rolle aktivierter Mastzellen bei der Entstehung eines allergischen Asthma bronchiale konnte PD Dr. med. Christian Taube in seiner Arbeit "Untersuchungen der Rolle von Mastzellen und mastzellproduzierten Mediatoren auf die Entwicklung allergischer Atemwegserkrankungen" nachweisen.
Dr. med. Ralf G. Meyer, III. Medizinische Klinik, und Dr. rer. nat. Tobias Bopp, Institut für Immunologie, beide an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Arbeitsgruppe um Dr. Ralf G. Meyer entwickelte ein neuartiges Verfahren zur Veränderung von weißen Blutkörperchen in Präparaten aus Spenderblut.
Der Kommunikation zwischen T-Zellen des menschlichen Immunsystems widmete sich Dr. Tobias Bopp in mehreren Grundlagenarbeiten, die ebenfalls ausgezeichnet wurden. Erstmals konnte er nicht nur im Reagenzglas, sondern auch im menschlichen Körper nachweisen, über welche Wege und mittels welches Botenstoffs die T-Zellen untereinander Informationen austauschen.
Dr. Stefan Tenzer, Institut für Immunologie, stellvertretend für eine Autorengruppe, und Dr. habil. Christoph Becker, I. Medizinische Klinik und Poliklinik, beide an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Dr. Stefan Tenzer gehört zu einer achtköpfigen Autorengruppe, die für ihre gemeinsame wissenschaftliche Arbeit "Autocatalytic Cleavage of Clostridium difficile Toxin B" mit dem Preis für Theoretische Medizin ausgezeichnet wurde.
Dr. habil. Christoph Becker erhielt den Preis im Bereich Klinische Medizin für seinen entscheidenden Beitrag zur Entschlüsselung der Entstehung und Entwicklung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen, wie beispielsweise des Morbus Crohn.
Dr. med. habil. Ruth Esther von Stebut, Hautklinik, und Dr. rer. nat. Dirk Prawitt, Kinderklinik, beide an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Dr. Ruth Esther von Stebut wurde ausgezeichnet für ihre international herausragende Leistung auf dem Gebiet der Grundlagenforschung zur Immunantwort gegen parasitäre Erreger am Beispiel der Leishmaniosis.
Dr. Dirk Prawitt erhielt den Preis für die Beschreibung einer der ersten Mikrodeletionen für die Regulation einer Reihe von Erbinformationen auf dem Chromosom 11 bei Patienten mit dem Beckwith-Wiedemann-Syndrom.
Dr. rer. nat. Michael Stassen, Institut für Immunologie, und Dr. med. Klaus Markstaller, Klinik für Anästhesiologie, beide an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz
Dr. Michael Stassen wurde ausgezeichnet für seine präklinischen Forschungen zur Regulation der Immunantwort durch regulatorische T-Zellen, die als Schlüssel zum Verständnis zahlreicher Erkrankungen von größter medizinischer Relevanz sind.
Dr. Klaus Markstaller erhielt den Preis für seine Untersuchung unterschiedlicher Beatmungsstrategien während der Herz-Lungen-Reanimation.
Dr. med. Rafaela Holtappels-Geginat, Institut für Virologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Sie wurde damit für ihre international herausragende Leistung in der präklinischen Forschung zur Infektionsimmunologie und Prävention der Cytomegalievirus (CMV)-Erkrankung ausgezeichnet.
PD Dr. med. Wulf-Otto Böcher, Medizinische Klinik und Poliklinik, Dr. rer. nat. Karsten Mahnke, Hautklinik, und Dr. rer. nat. Matthias Wiens vom Institut für Physiologische Chemie und Pathobiochemie, alle an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Dr. Wulf-Otto Böcher wurde für die (Mit-)Entwicklung eines so genannten "Trimera"-Tiermodells ausgezeichnet.
Dr. Karsten Mahnke erhielt den Preis für drei Publikationen zur Rolle dendritischer Zellen bei der Toleranz-Induktion (Herbeiführen von Toleranz des Immunsystems gegen den eigenen Körper).
Dr. Matthias Wiens wurde der Preis für seine neuen Erkenntnisse zur molekularbiologischen Evolution von Apoptose-Signalwegen bei Schwämmen zugesprochen.
PD Dr. med. Philipp Dutkowski, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Abdominalchirurgie, und PD Dr. rer. nat. Helmut Jonuleit, Hautklinik, beide an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Dr. Philipp Dutkowski wurde ausgezeichnet für seine Forschungsarbeiten über eine neue Methode zur Lagerung von Spenderlebern für die Transplantation, der hypothermen Oxygenierung.
Dr. Helmut Jonuleit erhielt den Preis für seine Untersuchungen zur Regulation der Immunantwort durch die dendritischen Zellen.
Dr. med. Angela Valeva, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene und PD Dr. med. Peter Urban, Neurologische Klinik, beide an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Dr. med. Angela Valeva wurde für ihre Forschungsarbeiten zum Mechanismus der Porenbildung und Zellschädigung ausgezeichnet.
Privatdozent Dr. med. Peter Urban beschäftigte sich mit der Pathophysiologie von Dysarthrophonien bei akuten zerebralen Ischämien, also mit Sprechstörungen mit Beeinträchtigung der Artikulation, Phonation, der Sprachmelodie und des Sprechrhythmus.