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Bedeutung der kombinatorischen Chemie
| Auf den ersten Blick scheint ein Labor der kombinatorischen
Chemie wenig Ähnlichkeit mit herkömmlichen Chemielabors
zu haben. Anstelle von aufwändigen Glasapparaturen trifft man
auf Roboter, die Reaktionsblöcke mit vielen kleinen Reaktionsgefäßen
mit Reagenzien befüllen, schütteln, erhitzen oder kühlen
und Filtrationsschritte oder Waschvorgänge durchführen.
Die Chemie ist nach wie vor die gleiche. Während jedoch bisher
ein chemisches Laboratorium im Jahr weniger als 200 Wirkstoffe hergestellt
hat, kann ein Labor der kombinatorischen Chemie zehntausende von
Substanzen im Jahr produzieren.
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| Füllen eines Syntheseautomaten |
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| Eine solche "Substanzbibliothek" kann
mehrere hundert bis mehrere zehntausend chemische Verbindungen
umfassen. Darüber hinaus stellt sie eine systematische Variation
von chemischen Gruppen an einem gemeinsamen Grundgerüst dar:
jede Gruppe an der ersten Position des Gerüstes wird mit jeder
Gruppe an der zweiten, dritten und jeder weiteren Position kombiniert.
Dadurch können wichtige Informationen über die Strukturabhängigkeit
der Eigenschaften - z.B. der biologischen Wirkung - im Umfeld eines
bestimmten Grundgerüstes erhalten werden.
In der Forschung und Entwicklung bei Boehringer Ingelheim hat
die kombinatorische Chemie steigende Bedeutung. Bereits 1998, im
zweiten Jahr nach Einführung dieser Technologie, wurden knapp
100.000 Substanzen hergestellt. Boehringer Ingelheim setzt die
kombinatorische Chemie z.B. ein, um neue chemische Grundgerüste
zu finden, die mit einem biologischen Zielmolekül in Wechselwirkung
treten. Dadurch entsteht eine Bibliothek von Substanzen mit möglichst
verschiedenen Eigenschaften, um im High
Throughput Screening für
eine Vielzahl unterschiedlicher biologischer Zielmoleküle
Wechselwirkungs-Partner anbieten zu können.
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