| Der Aufwand für die Studien ist sehr unterschiedlich und
hängt vom Indikationsgebiet ab. Im Rahmen der klinischen
Forschung werden bis zu 50 Studien mit bis zu 20.000 Patienten
für ein neues Medikament erstellt. Je nach Erkrankung dauern
diese wissenschaftlichen Forschungen fünf bis sieben Jahre.
Auch wenn mit der Zulassung bereits ein die möglichen Risiken
deutlich überwiegender Nutzen wissenschaftlich belegt ist,
verfolgen die Arzneimittelhersteller auch nach der Zulassung die
Medikamente im Rahmen der Arzneimittelssicherheit sehr
aufmerksam, um eventuell auftretende sehr seltene Nebenwirkungen
zu erfassen.
Im Januar 2005 haben die Pharmaverbände Europas, Japans und der
USA gemeinsam mit dem Internationalen Pharmaverband
"International Federation of Pharmaceutical Manufacturers
Associations" (IFPMA)
beschlossen, künftig die Resultate sämtlicher von forschenden
Arzneimittelherstellern gemeinsam mit Kliniken oder Arztpraxen
durchgeführter Studien in öffentlich zugängliche
Internet-Datenbanken einzustellen.
Außerdem werden laufende Patientenstudien zu Arzneimitteln
mit Angaben zum Konzept und den Orten der Durchführung bekannt
gemacht. Diese Transparenz kann Ärzte bei der Entscheidung über
Arzneimittelanwendungen unterstützen. Patienten, die wissen
möchten, wo Studien zu ihrer Krankheit stattfinden, können
ebenfalls recherchieren.
Die Daten sind in englischer Sprache abgefasst und können auf der Seite „ClinicalTrials.gov“, die von den U.S.
National Institutes of Health (NIH) und dort der National
Library of Medicine (NLM) in Zusammenarbeit mit der
US-amerikanischen Zulassungsbehörde, der Food and Drug
Administration (FDA), entwickelt wurde, eingesehen werden. Diese
Datenbank ist kostenfrei zugänglich und unterliegt keinerlei
Passwortschutz, Anmeldung oder anderen Zugangsbeschränkungen.
Der Unternehmensverband Boehringer Ingelheim stellt die
Studien zu seinen Präparaten auf der Seite "Global Clinical
Trials" in einem englischsprachigen
Online-Verzeichnis für Ärzte, Apotheker, Patienten und alle
Interessierten in komprimierter Form bereit.
Weitere Informationen finden sich auch auf den Seiten des
Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (VFA) unter
„Klinische Studien: Jeder soll wissen, wo was läuft und was
herausgekommen ist“. |